Tuscany Trail 2019 – rawuzikapuzi !

Was für sagenhafte Tage –  strahlender Sonnenschein, sensationelle Landschaft, perfekter Kaffee undsoweiterundsofort, aber der Reihe nach:

Anreise und Tag 0:
Ich ändere noch mehrmals meine Beladung, lasse Teile des ursprünglich eingepackten Glumperts zu Hause (ich hab ja – wie hier beschrieben – noch keine Erfahrung). Zu Mittag gehts los – ich besteige den 1. Zug. Buchung über die ÖBB war nur bis Udine möglich. Und dann am Automaten ein weiteres Ticket kaufen. Dann ging es bis Venezia Mestre ja noch halbwegs, aber dort ist dann um 23:43 Uhr erst einmal Schluss. Anschlusszug in ca. 6 Stunden. Zu kurz für eine (teure) Nacht im Hotel, das Hostel ist voll, also ein kurzes Schläfchen im Bahnhof – denkste !
Kein Warteraum im Bahnhof Mestre, Metallbügel am Boden, damit ein gemütliches sitzen unmöglich wird und überhaupt: um Mitternacht wird der Bahnhof geschlossen! Also irgendwie sandlermäßig draußen hingeknotzt und mehr oder weniger dahingedöst. Immerhin macht der Bahnhof (und das Cafe) um 05:00 Uhr wieder auf. Um 05:45 Uhr gehts weiter.
Glücklicherweise habe ich meine „Reisevorschau“ zuhause ausgedruckt, denn am Ticket steht nicht viel drauf (also wann und wo umsteigen). Gut gemacht. Denn einer der Regionalzüge hatte Verspätung, mein Anschlusszug war weg und ich konnte eine neue Verbindung suchen. Immerhin war ich am 31.05. um 11:43 Uhr in Massa – 24 Stunden Anreise!

Gemütlich die paar Kilometer ins Schul-Sport-Zentrum geradelt, fertig registriert und Startsackerl ausgefasst. Kaffee trinken, Räder und Bepackungs-Varianten begutachten, small talk mit anderen Teilnehmern, in die Stadt radeln. Pizza essen, Aperol trinken, schauen… Dann wieder zurück, in der Turnhalle Isomatte und Schlafsack auflegen und schlafen…

Tag 1:
Schon ab ca. 05:00 Uhr herrscht reges Treiben, obwohl der Start erst für 08:00 Uhr festgelegt ist. Ich packe halt auch mein Glumpert zusammen, rolle nach Massa ins nächstbeste Cafe und frühstücke einmal und dann noch einmal… In ganz Massa und in jedem Cafe trifft und sieht man mehr oder weniger schwer bepackte Räder und FahrerInnen mit freudigen, erwartungsvollen Gesichtern. Ich plaudere noch mit ein paar Radlern und pünktlich um 08:00 Uhr gehts mit großem Gejohle los…
Es geht südöstlich dahin, in einer (noch) großen Gruppe in den Wald, ein bißl bergauf, bergab, bergauf, bergab, dann flach und weiter, weiter, weiter. Dann ein Bergerl hinauf und am Arno entlang nach Florenz. Dort treffe ich einen Bekannten, wir überlegen, ein Zimmer zu nehmen – das geplante „Tagessoll“ ist erfüllt, die ungewohnte Hitze schlaucht auch schon, aber die Stadt ist rappelvoll, die Zimmerpreise exorbitant und ich beschließe weiter zu fahren. Der Track führt mitten durch die Stadt, hindurch durch Menschenmassen, wovon die meisten die die Sehenswürdigkeiten nur durch und über ihre Handy-Kameras bewundern…
Abendessen in einer kleinen Greisslerei und die Suche nach einem ruhigen Plätzchen beginnt. Bei km 162 (sagt Strava) schlage ich im Wald mein Lager auf…

Tag 2:
Der Tag des Leidens. Es geht nur bergauf und bergab, etliche Schiebe-Passagen (nicht nur für mich), aber wieder traumhaftes Wetter und sensationelle Landschaft. Ich verfluche meine Packtaschen (und vor allem deren Inhalt) und mein Ritzelpaket – ein oder mehrere dünnere Gänge wären eine Wohltat…
Und sonst wie üblich: Kaffee + Cornetto, Pasta, Pizza, viel, viel Wasser und Cola. Plaudern, gemeinsam fahren und fluchen, sich doch auch an der Landschaft erfreuen.
Am Stadtrand von Siena ist Ende. Einchecken im Hostel – ein richtiges Bett – und vor allem eine Dusche locken!
107 km sagt Strava.

Tag 3:
Gleich in der Früh durch Siena, ideal für Frühstück und Einkauf. Dann wieder auf und ab, auf und ab bei strahlendem Sonnenschein. Der Track führt teilweise (wieder) über die Via Francigena und auch über die Strecke(n) der L’Eroica. Ich hab fast einen Hungerast, habe wohl zu wenig eingekauft und komme glücklicherweise noch bei einem Cafe vorbei. Diesmal Toast zum Cola und zum Mineral. Flaschen füllen, auf Booking.com (*) wegen einer Übernachtungsmöglichkeit gucken – die nächste Übernachtungsmöglichkeit ist weit weg und teuer, also wieder einen Schlafplatz suchen. Ein verlassenes Haus bietet sich nach 124 km an.

Tag 4:
Ein Wirbel und Geschrei in aller Herrgottsfrüh – die Schwalben! Offensichtlich liege ich irgendwie in ihrer Einflugschneise. Also raus aus dem Schlafsack, hinaus in den Garten (oder was davon überblieb) und ein kaltes Frühstück genossen. Aufsitzen und weiter. Es geht wieder hügelig weiter. Nicht ganz so schlimm, wie in den letzten Tagen, aber doch anstrengend in der Hitze. Endlich ein Brunnen zum Wasser nachfüllen und dann auch endlich wieder ein Cafe und noch später ein Supermarkt. Und dann kommt Pitigliano und es wird wieder geschoben. Aber es gibt genug zu sehen und zu bestaunen…
Dann gehts eigentlich flach dahin und es kommt der finale Anstieg: die Überquerung des Monte Argentario – au weh! Fast wäre mir das Wasser ausgegangen, und dann habe ich noch einen (den einzigen) Patschen – natürlich am Hinterrad. Also Packtaschen runter, Hinterrad raus, neuen Schlauch rein (hab noch nicht auf Tubeless umgebaut), Hinterrad rein, Packtaschen rauf und fluchend und viel mehr schiebend als fahrend mit einer Gruppe rauf.
Aber dann gehts bergab. Mein Wahoo zeigt: „… 27 km bis zum Ziel …“. Noch eine Kaffeepause und dann nach Capalbio! Eine wunderschöne Tour geht viel zu schnell zu Ende. Nächstes Jahr lasse ich mir mehr Zeit (oder fahre die „Tuscany Road“ im September). Tag 4 auf Strava. Eintragen ins Finisher-Buch, duschen, essen, trinken, plaudern, in der Wiese schlafen und von nächsten Abenteuern träumen…

Tag 5 + 6: Back Home
Zeitig in der Früh aufstehen, zusammenpacken und die 500 mtr. zum Bahnhof rollen. Frühstück im Bahnhofs-Cafe und Studium des Fahrplans. Das wird auch wieder ein grosses Abenteuer. Einige Male umsteigen und dann strande ich in Udine. Nächster Anschluss erst am nächsten Tag. Angeblich fährt (noch in der Nacht) ein Flixbus nach Wien. Angeblich nimmt er auch Räder mit. Angeblich. Buchbar über die App bzw. Website: keine Chance! Also zum Busbahnhof und warten. Ein Flixbus kommt: „… Amico, fährst du nach Wien? …“ – „… No …“. Aber ein Ortskundiger sagt mir, es kommt noch ein Flixbus. Tatsächlich, aber der fährt auch nicht nach Wien… Irgendwie ist der Fahrplan, die Umsteigvarianten etc. etwas (höflich ausgedrückt) unübersichtlich. Also check ich mir über Booking.com (*) ein Hotelzimmer und denke mir: nächste Jahr reise ich doch mit dem Auto an.
Um 07:14 Uhr gehts dann weiter und mit nur 2mal umsteigen bin ich – nach 36 Stunden  seit Abfahrt in Capalbio wieder daheim…

Resümee:
Eigentlich frage ich mich nur, warum ich nicht langsamer gefahren bin bzw. irgendwo länger pausiert habe, denn das Wetter war traumhaft, die Landschaft und Streckenführung sensationell, Antipasti, Pizza, Pasta, Aperol, Kaffee etc. ebenfalls. Nächstes Jahr dann!
Von meinem Rad war/bin ich sowieso begeistert. Trotz schwerer (und falscher) Beladung und teilweiser wirklich anspruchsvoller Strecke gutmütig, schön und spurtreu zu fahren!
Danke auch an meinen Brooks (*), meine Bib-Short von Isadore, die Arschcreme (*) – keine Probleme und kein Wundsein. Und auch mein Zauberpulver (*), welches verloren gegangene Vitamine, Elektrolyte etc. wieder ersetzt hat und keine Magenprobleme, Dünnschiss etc. verursacht hat.


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