Eigentlich wollte ich nach Moravský kras…

Ich habe noch ein paar Tage Urlaub, im Garten ist eigentlich nix dringendes zu erledigen, die Wetterlage ist ok (…leichter Regen… ist für Freitag angesagt), also eine schnelle Entscheidung: den Crosser herrichten und nach Moravský kras radeln, den Naturpark erkunden und dann so irgendwie an der March entlang über Bratislava wieder heim.

Zweck der als 3-Tages-Tour geplanten Übung:
Schauen, wie das ist, mit Gepäck radeln, eventuell draußen schlafen, sind meine Packtaschen für meine Zwecke richtig usw. usf. Also meine Satteltasche (*) montiert, hinein kommt das kleine Werkzeug, 2 Reserveschläuche (*), meine selbstaufblasbare Isomatte (*) – und voll ist das Ding! Als Lenkertasche habe ich ein Ortlieb Accessory-Pack (*), weil ein „Handlebar“ bring ich nicht rauf (mein Lenker ist zu schmal). Da hinein kommt ein bißchen Reserve-Gewand, ein Akkupack (am Crosser hab ich keinen Nabendynamo), diverse Ladekabel, analoges Kartenmaterial, ein paar Gels, Zauberpulver (*),  Biwaksack und Hüttenschlafsack und die Tasche ist voll! Eine kleine Vorbautasche hab ich auch noch, da ist die Garmin Virb und noch ein bißl Kleinzeug drinnen. Wischtelefon, Geld, Personalausweis etc. findet Platz in den Trikot-Taschen…

Die Strecke hab ich husch-pfusch mit Komoot geplant. Bei tadellosem Wetter fahr ich los, hol mir in Wien ein 2. Frühstück und rolle über Radwege, wenig befahrene Straßen, Nebenwege

immer dem Pfeil auf meinem Wahoo nach. Was mir Komoot vorgibt war ok, aber nicht so das Gelbe vom Ei, da hätte ich mich etwas mehr damit beschäftigen sollen, denn unterwegs komm ich drauf, die Streckeführung ist – ich sag einmal „nicht so ganz optimal“ – aber egal. Ab und zu eine Pause – Leberkäse-Semmerl und Flaschen nachfüllen. Eine Zwangspause gibts dann allerdings bei km 90 oder so – ein platter Reifen hinten. Ich pack mein Zeug aus, fang an den Schlauch zu wechseln, da kommt der Besitzer des Hauses vorbei – „…brauchst Hilfe, geh eina, i hob an Kompressor…“. Da gehts gleich schneller und einfacher.

Ruck, zuck bin ich drüben in Tschechien und eine weitere Pause steht an. Zufälligerweise entdecke ich (ich fahr ja dran vorbei) Januv dvur – Bauernhof, Kneipe, Camping… und genehmige mir einen „bunten Teller“ mit allem, was die Küche hergibt. Empfehlenswert!

Danach gehts weiter, ich setz mich in die Wiese, studiere meine Karten und suche einen Unterstand oder so etwas in der Nähe. Nix. Felder, der Stausee Neumühl, Gebüschreihen, kleine Wäldchen, nix was wie ein (überdachter) Unterstand ausschaut. Schön langsam ists aber Zeit, ein Nachtlager zu suchen, also schaue ich auch auf Booking.com (*) – da sollte sich doch etwas finden. Ja, aber alles etwas weiter weg… Ich fahre weiter und komme bei einem Restaurant mit Pension vorbei – es wird eh schön langsam dunkel, Hunger hab ich auch schon wieder, also bleib ich stehen, nehme mir ein Zimmer im Restaurace Zdenka, esse auch gleich hier und nach einer heißen Dusche ist „Badeschluss“ nach nicht ganz 180 Kilometern

In der Früh schaue ich aus dem Fenster – trocken, wunderbar. Ich zieh mich an, hol mein Rad aus dem Abstellraum und will losradeln, aber da beginnt es: es schüttet wie aus Kübeln – „…leichten Regen…“ hab ich mir anders vorgestellt… Regenjacke an und ich fahre Richtung Brünn, schwenke dann nach Westen – da schauts ein bissl heller aus und überlege, ob ich nicht über Laa an der Thaya heimfahre. Nix is mit heller oder trocken oder Sonnenschein, der Regen wird stärker statt schwächer und nach einer kurzen Frühstückspause steht mein Plan fest: Umdrehen und ab nach Brünn, in den Zug und nach Hause. Am Bahnhof angekommen suche nach dem Infopoint oder etwas ähnlichem (ich bin schon ungefähr 40 Jahre nicht mehr Bahn gefahren), gefunden und – in 20 Minuten geht ein Zug. Brrrr – Tausend Leute vor den Fahrkartenschaltern, mit dem Rad durch die Menschenmenge, anstellen und Ticket kaufen (zum Glück – ausnahmsweise – hat der Zug 20 Minuten Verspätung, sonst wäre sich das alles nicht ausgegangen und ich hätte mir stundenlang in Brünn die Zeit vertreiben können…), zum Bahnsteig hirschen und gerade noch rechtzeitig rein in den Zug…

In Wien angekommen, ich steig aus dem Zug – und es fängt wieder an zu regnen, egal, ich bin eh schon nass, also strample ich die 60 km heim auch noch, anstatt mich vom Privat-Taxi abholen zu lassen…

Aber: Moravský kras ist nicht abgehakt, es wird ja wohl noch ein paar schöne Tage im September oder Oktober geben und da gibts sicher einen 2. Versuch!

Abschliessend wär noch zu sagen: Mein Saddlebag ist für so eine Geschichte zu klein, die Lenkertasche ist auch nicht optimal, meine Pack-Künste sind auch noch verbesserungswürdig, da werde ich noch ein bißchen tüfteln und probieren (und außerdem will ich mir sowieso nächstes Jahr ein „richtiges“ Reiserad aufbauen), und, und, und…


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