uralte Geschichten – Der Kilometermacher

uralte Geschichten

Momentan ist an Radreisen eigentlich nicht zu denken (obwohl ich ja noch einiges vorhabe). Die 2. Hitzewelle überrollt uns momentan, dringend notwendiger Regen kommt und kommt nicht. Also drehe ich meine kleinen Runden rund um die Homebase relativ zeitig in der Früh‘ oder am Vormittag – meistens so um die 50 Kilometer. Wer Details wissen will, dokumentiert und beschriftet und mit Fotos auf RWGPS (und nebenbei doch noch auch auf Strava).

Und dann verkrieche ich mich in’s relativ kühle Haus, lese analoges Zeuch und auch alte Geschichten auf diversen Festplatten, die ja wohl bald den Geist aufgeben und in’s digitale Nirwana verschwinden.
Und so stelle ich halt ein paar der uralten Geschchten hier herein…

13.02.2005:

Fast frühlingshaftes Wetter (beim Blick aus dem Fenster) treibt mich (zur 9. Ausfahrt im Jahr) auf’s MTB – für’s Rennrad sind die Strassen noch zu schlecht, ein Blick auf meinen Trainingsplan – Programm 4 („extensives Fahrtspiel – G1-EB“) ist angesagt .
Leider kommt natürlich wieder anständig Wind auf, zum Glück hab‘ ich die Runde richtig begonnen (mit Gegenwind) und es ist mühsam, den Puls in der richtigen Zone zu halten…
aber – alles wird gut ! – nur 1 Pulsschlag über dem geplanten Durchschnittspuls…

17.03.05 – Der Frühling bringt es an den Tag…

Die 17. Ausfahrt heuer – Programm 4 ist angesagt. Die frühlingshaften Temperaturen bringen den Schnee zum Schmelzen und den Mist zu Tage…
Welch Wunder, was alles beim Autofenster hinausfliegt – Getränke-Dosen/-Flaschen (alkoholisch und alkoholfrei), Tschik-Packeln, Fast-Food-Verpackungen, Hasen, Katzen…
Das einzige, was ich vermisse, sind Kassetten-Bänder mit herausgezogenen Bändern (in diesen neumodischen Zeiten von CD, mp3-Player etc. wohl nicht mehr aktuell…).

19.03.05 – Der „offizielle“ Trainingsbeginn…

Laut Absprache sollte heute der 1. „offizielle“ Trainingstag der TGO (Trainingsgruppe Oslip) sein, aber es ist kalt, es regnet leicht und der Wind bläst enorm…
Also sind statt 4-6 Radlern nur 2 am Treffpunkt, weil „..bei schönem Wetter kann a jeda foan…“ Die Tour geht Richtung Neusiedl, den Wind streng im Gesicht und nach ca. 20 km (quasi bergauf) drehen wir doch um…

28.05.2006 – Der „Schwechater“-Radmarathon

Endlich ein Marathon bei schönem Wetter…
Mit meinen Trainingskollegen aus Oslip fahre ich nach Schwechat. Stone, ein Vereinskollege, hat für alle teilnehmenden Vereinskollegen Startnummern, Transponder etc. abgeholt und verteilt sie brav vor dem Start.
Umziehen, einrollen, smalltalk… – und dann zur Startaufstellung. Ich steh‘ irgendwo im Mittelfeld, kein Vereinskollege zu sehen (wir haben vergessen, uns gemeinsam vorne hineinzuschummeln) und los gehts!
Wie beim Schwechater üblich, alle fahren gleich Vollgas, Stone überholt mich nach ca. 500 Metern, von allen anderen is nix zu sehen… Meine Form ist gut, ich ratter mit dem Hauptfeld (?) volle Pulle bis Kaisersteinbruch (bis dorthin ein Schnitt von 38,6), komm auch gut über den ersten Berg. Kurz vor Donnerskirchen erwisch ich meinen Trainingskollegen Gotschi, der ein oder zwei Packeln vor mir war und sonst immer stärker als ich ist… Er sagt nur „…Oida, mi haums ausgspuckt…“ Am Donnerskirchner Berg häng ich mich an 2 Tschechen/Slowaken, kann ihr Hinterrad sogar bis zur Labe halten. Dort ein kurzer Stop, Flasche nachfüllen, ein Brot, eine Banane und weiter gehts. Es dauert wieder ein paar Kilometer, bis sich wieder ein (passendes) Packl zusammenfindet und flott geht’s dahin…
So ca. 15 km vor dem Ziel lässt leider einer meiner Vordermänner abreissen, ein Loch geht auf, dass wir dann zu dritt oder viert nicht mehr zu bekommen und die Gruppe vor uns ziehen lassen müssen…
Trotzdem, mit einer Zeit von 3:30:36 und einem Schnitt von 33,20 war das (bei meiner 6. Teilnahme) mein schnellster Schwechater und ich komm hochzufrieden in’s Ziel. Meine Vereinskollegen sind schon alle im Ziel (die sind aber alle ca. 15 Jahre jünger als ich…), wir sitzen gemeinsam beim Essen und wie üblich wird vor der Heimfahrt noch getratscht, analysiert, übertrieben, untertrieben, die Taktik für die näxten Marathons besprochen…
P.S.: Die „Osliper Ortsmeisterschaft“ hab‘ ich gewonnen, Gotschi kam ca. 5 Minuten später in’s Ziel, und Alfred, der Unglücksrabe, hatte 2mal Defekt und kam überhaupt erst nach fast 5 Stunden in’s Ziel…

01.06.2006 – Herbst(?)-Training…

Endlich wieder auf’s Rad gestiegen, nach etlichen Tagen Regen und Kälte. Heute hat’s auch nur 16°C gehabt, dafür aber viel Wind… Gefahren bin ich in der „Herbst“-Garnitur – lange Hose, langärmliges Unterleiberl, dickes Langarm-Trikot, Windjacke, Haube unter dem Helm. Es war mir trotzdem kalt (der Wind, der Wind…) und ich hab‘ die Runde gleich verkürzt. Hoffentlich wird’s bald wärmer, sonst kann ich in Lienz (am 11.06.) in der Wintergarnitur fahren…

12.06.2006 – Dolomiten-Radrundfahrt

Die „Dolomiten-Radrundfahrt“ – ein Marathon für gut trainierte, bergbegeisterte Pedaleure, Masochisten, und/oder solche die es werden wollen…
Nach mangelhafter Vorbereitung (wetterbedingt wenig trainiert, viel am PC gearbeitet = exzessiver Nikotin-Genuß/Mißbrauch) trat ich am Sonntag an. Das Wetter war tadellos, in der Früh ca. 17 Grad, später fast 22 Grad. Ich nutzte die Möglichkeit des Einzelstartes, was insofern super ist, dass man sich nach dem Einfahren/Warmfahren gleich auf die Strecke begeben kann, maximal einige Kilometer alleine fährt und dann entweder – ein Packl erwischt – oder – von einem Packl eingeholt wird…
So war es auch und zügig (so mit 35-40 kmh) ging’s dahin. Bei der 1. Bergwertung (auf den Gailbergsattel) mußte ich zwar die 1. Hälfte meines Packels ziehen lassen, konnte aber mit der 2. Hälfte noch tadellos mithalten (noch mit 42/25). Dann die Abfahrt und dann ging’s auf die laaange Auffahrt (ca. 37 km) mit einigen 16%-Stichen bis zum höchsten Punkt des Marathons (Kartitscher Sattel – 1.526 m) – da ging mir allerdings schon die Kraft und Luft aus und ich brauchte mehrmals mein „Pensionisten-Blatt + Rettungs-Anker“ – 30/27. Dann kam (endlich) die lange und rasante Abfahrt. Unten angekommen gibt’s dann ca. bei km 85 – blöd zu erklären… – einen Bahnübergang, eine rechts-links-rechts-Kombination auf die Bundesstraße 100 (?) Richtung Lienz, wo man das Tempo rausnehmen muss. Dort geh‘ ich bei der Welle aus dem Sattel um den Anschluß an’s Packl nicht zu verlieren – und Totalblockade der Beine ! Ein mörderischer Krampf in beiden Beinen (schon ewig nicht mehr gehabt – offensichtlich war meine Zaubertrank-Mischung nicht „scharf“ genug). Leidln, i muaß ausgschaut haum, wia waun i mi augschissn hädd – i hob mein Haxn net übern Soddl brocht… Beide Oberschenkel vorne und hinten steinhart wmSiF… Zum Glück konnte ich die Hände noch bewegen und aus dem Trikot eine Not-Zigarette herausfischen. Dann rauchen, dehnen, klopfen und die letzten Kilometer wieder in einem Packl bei Tempo 40 hinten mitgelutscht. So erreichte ich nach 110,27 km und 1564 hm nach 4:34:28 (mit einem Schnitt von 24,??) als 612. das Ziel.
Also, das „Vereins-Plan-Soll“ hab‘ ich nicht erreicht (Schande, Schande), aber es hätte ja sonst auch noch wer mitfahren können (Die 2. burgenländische Partie –
Radteam Lautner – ist wenigstens mit 3 Mann – Manfred, Vinzenz, Beppo + 1 Frau – Lotte angetreten)…
Dem Veranstalter/Organisations-Team muß man ein großes Lob aussprechen – perfekte Organisation, alles super organisiert – auch gibt’s zusätzlich zu den „regulären“ Labestellen noch bei den exponierten Stellen immer ein paar Burschen/Mädels, die dir Wasser, Iso-Trank, Traubenzucker, Bananen, Gel… reichen. Im Ziel – am Lienzer Hauptplatz – spielt die Musikkapelle, jede Menge applaudierende Zuschauer… – echt super!.
Auch viele Fans/Zuschauer an den langen Anstiegen und Steilstücken, die dich anfeuern, loben, weitertreiben (obwohl die Beine schon sagen – scheiss da Hund drauf, steig owa!).
Also, ich bin näxtes Jahr sicher wieder dabei !!!

Fotos gibt’s keine oder nur sehr wenige (und ich bin auch zu faul zum suchen) – Sorry!


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