Tschechien von Nord nach Süd: Fertig! – Der Kilometermacher

Tschechien von Nord nach Süd: Fertig!

In meiner Liste sind ja einige Geschichten, die ich – aus welchen Gründen auch immer – nicht fertig geschafft habe / nicht fertig gefahren bin. 2019 den Rando Imperator, 2020 die Hungarian Divide, 2021 ebenfalls die Hungarian Divide, 2022 Istraland, voriges Jahr Shardana und noch ein paar selbst geplante, die auf Beendigung warten…

Und für heuer habe ich mir die „Mittelmeerroute“ – vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt Tschechiens vorgenommen. Kein Wettbewerb, kein(e) Termin-, bzw. Zeit-Vorgabe, kein Stress…

Ende Mai habe ich dann den ersten Teil – vom nördlichsten Punkt bis nach Tábor absolviert. Dann kamen diverse Termine, die erste Hitzewelle des Jahres und dann angenehme Temperatur (!?), ein Zeitfenster und ich fahre wieder nach CZ…

03.07. – Tag 0:
Die ÖBB bringt mich nach Prag, dann checke ich einen Zug (ähnlich unseren REX) nach Tábor . Eine wunderbare alte Garnitur, wo man die Fenster noch aufmachen kann und auch noch auf die Geleise pinkeln kann…

Blöd ist nur: Ferien- und Urlaubszeit, die Zimmersuche gestaltet sich nicht einfach (wenn man sich die hochpreisigen Luxus-Hotels nicht leisten kann/will).
Spoiler: Bucht nicht im „Hotel Relax u Drsů“!!!

04.07. – Tag 1:
Zeitig aufstehen, einkaufen im nahe gelegenen Kaufland und los – Etappe 6.
Ewiges bergauf, bergab durch landschaftlich schönes Gebiet. In Huté eine große Überraschung – die Brücke wird repariert/saniert und es ist absolut keine Überquerung der Lužnice (Lainsitz) möglich, also umplanen… Dann ab Kilometer 50 oder so oft ein Blick auf die Moldau oder überhaupt daneben dahinrollen. Ungefähr 15 Kilometer vor Budweis: Patschen hinten. Ok, geschoben bis zum nächsten Bankerl (ca. 100 mtr.) und Schlauchwechsel. Von den ungefähr 475 vorbeiradelnden (auf allen möglichen Geräten) fragt keine(r) „… Brauchst Hilfe …“. Hab ich eh nicht gebraucht, aber eine nette Geste wär’s gewesen… In Budweis war dann Ende. Auch hier – dank Ferien/Urlaubszeit/Wochenende schwierige Quartiersuche. Geworden ist es dann das „Cuba & Bar Hostel„, relativ zentrumsnah, sauber, günstig.
Abendessen gleich um’s Eck im empfehlenswerten BRIO Restaurant. Sehr gut, günstig, freundliches, kompetentes Personal und es gibt sogar eine Speisekarte in deutscher Sparche!

05.07. – Tag 2:
Ziemlich gleichzeitig – so um 07:00 Uhr – stehen im Zimmer 5 alle auf. Frühstück gibt es an der Tankstelle und dann geht es anfangs leicht, und dann immer schwerer bergauf auf den Klet‘. Für mich bedeutet das fahren, fluchen, schieben, fluchen, schieben fahren…
Spoiler: Man kann auch von Krasetin aus mit dem Sessellift (der ist für den Transport von Fahrrädern und Skiern gerüstet) hinauffahren, aber da tuts nicht so weh…
Oben angekommen (gerade in der Mittagszeit) Durst und Hunger. Mir schwant Böses, was die Wartezeit im vollen Selbstbedienungs-Restaurant betrifft, aber die Burschen (Mädchen habe ich keine gesehen) sind gut drauf, schnell, kompetent (es wird mir auch die Speisekarte – die nur auf einer Tafel steht – übersetzt) und ich fülle meine leeren Speicher.

Dann eine lange Abfahrt und dann wieder auf und ab. Giftige, zaaaache Anstiege, kurze Abfahrten. So geht es bis nach Český Krumlov, das wie immer voller Menschenmassen ist. Eine kurze Kaffee-Pause und wieder auf und ab. Giftige, zaaaache Anstiege, kurze Abfahrten…

In Rozmberg buche ich mir ein Zimmer im Hotel Rose, dusche, gehe essen, hol‘ mir einen Absacker und das war’s dann auch schon nach 78 Km / 1.700 hm = Bergfaktor 21 !!!

06.07. – Tag 3:
Nicht ganz so zeitig auf, denn es gibt Frühstück erst ab 08:00 Uhr. Irgendwie verpasse ich dann eine Abzweigung und rolle (zum warmfahren) gleich einmal ein paar Kilometer in die falsche Richtung. Umgedreht und dann wieder fast auf dem Original-Track. Eine Ehrenrunde auf der Suche nach Kaffee und Kuchen etc. durch Vyšší Brod und dann geht es schon wieder (aber wenigstens nicht so steil) bergauf. Und bald darauf habe ich mein Ziel – den südlichsten Punkt der Tschechischen Republik – erreicht!
Vom nördlichsten Punkt der CZ bis zum südlichsten Punkt der CZ: Erfolgreich absolviert!

Heimreise (Sollte es jemand interessieren): Mit dem Rad noch 40 km bis Linz, dann ÖBB.


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