Nach dem Studium der tschechischen Wanderer-Seite habe ich wieder einmal eine großartige Idee: Ich fahre mit dem Reiserad vom nördlichsten Punkt der tschechischen Republik bis zum südlichsten Punkt der tschechischen Republik.
Hilfestellung gibt es nämlich auf der Seite, d. h. die Möglichkeit, entweder die Wander-Routen und/oder auch die Fahrrad-Routen herunterzuladen…
Ich lade mir also schon im Februar oder März die Radrouten herunter, speichere sie dann ungeschaut auf meinem Wahoo (*) und am 26. Mai geht es los.
26. Mai, Tag 00:
Eigentlich wollte ich ja mit dem Nightjet nach Dresden fahren. Freitag, Samstag war eigentlich alles noch verfügbar (Radplätze, Liegeplätze) und wie ich dann am Sonntag am Abend buchen wollte (weil ich da jetzt ganz sicher war, wann ich fahren kann/will), Radplätze ausgebucht! Also bin ich dann mit dem Railjet 244 nach Dresden gefahren – Abfahrt 13:10 Uhr. Selbe Fahrzeit, aber dafür kein gemütlich im Liegewagen liegen und schlafen, und hab dann natürlich noch ein Quartier gebraucht. Hab eingecheckt im AO Hostel in Dresden. Da kann man das Rad mit aufs Zimmer mitnehmen (gegen eine geringe Gebühr natürlich) .Hab mir allerdings gedacht, da wird’s vielleicht ein etwas größeres Zimmer geben, aber nein, das Zimmer ist winzig. Okay. Abendessen war natürlich auch noch notwendig. Vis-à-vis vom Hostel ein Asiate und ein Universal-Pizza-Döner-wtf-Laden, jeweils mit einem Gast (zur Abendessenzeit!), da marschierte ich lieber zum Burger King, da bin/war ich auf der sicheren Seite!
27. Mai, Tag 01:
Zeitig aufgestanden, einen schnellen Kaffee vom Automaten im Hostel. Ich habe mir gedacht, ich komm vielleicht bei einer Bäckerei vorbei. Das war aber nix. Äh, schwere Niederlage. Noch dazu auch falsch gefahren und bei der Joe Cocker Wiese leider nicht vorbeigekommen und das Schild also nicht fotografiert…
Dann kurz an der Elbe entlang und dann nach links, einmal Berg hoch, Hälfte gefahren, Hälfte geschoben. Und dann ist’s eigentlich sehr schön dahin gegangen. Schön warm, schön windig, Berg auf, Berg ab, alles fahrbar, moderate Steigerungen, ab und zu so ein kleiner Stich dabei.
Dann so ziemlich genau um 12 Uhr den nördlichsten Punkt von CZ erreicht. Dort einmal anständig gejausnet. Denn irgendwann bin ich dann doch noch bei einer Bäckerei vorbeigekommen (in Langenwolmsdorf) und habe köstliches Backwerk erstanden. Wurst, Käse etc. habe ich ja sowieso mitgehabt.
Die nächsten tausendsechshundert Meter nach dem nördlichsten Punkt sind Schiebestrecke, eigentlich unfahrbar, maximal mit einem Mountainbike. Aber dann wird’s wieder ein wunderbarer Radweg. Großteils asphaltiert, auf und ab, auf und ab. Und in Sluňov hab ich dann Schluss gemacht. Kurze Etappe zum Eingewöhnen quasi.
Den holländischen (?) Camping-Platz angefahren. Viel Sonne, wenig Schatten, also buche ich eine kleine Hütte und erspare mir das Zelt aufstellen. Die Hüte ist natürlich nicht isoliert und aufgeheizt wie eine Sauna. Tür und Fenster auf, zum Glück geht auch hier der „burgenländische“ Wind und die Temperatur ist bald angenehm.
Duschen, kochen, essen, dann noch zur nahegelegene Tanke auf einen Kaffee, sitzen, schauen und „haben fertich“.
28. Mai, Tag 02:
Relativ gut geschlafen, Frühstückstee gekocht und dann losgefahren. Berge hinauf, Berge hinab, schöne Gegend. Viel Wald, Buchenwald, Föhrenwald, Fichtenwald, Mischwald. Schön warm und windig. Wind einmal von vorne, einmal von hinten. Irgendwo habe ich dann zu Mittag gegessen. Wunderschöne Häuser, Fahren durch ganz kleine Dörfer und kleine Städte. Ziemlich viel kulturelles Zeux war/wäre auch anzuschauen, aber ich fahre ja wegen des Fahrens…
Ich schaue mir die Gegend beim Vorbeifahren an (langsam genug bin ich), bleibe ab und zu stehen, mache ein oder zwei Foddos und das war’s dann…
Quartiersuche wieder. Diesmal gebucht in der Penzion Pod Houskou – da war ich schon einmal vor Jahren, allerdings nur zum Essen und Trinken. Wunderschöne Wander- und Radler-Gegend übrigens. Die Pension ist eher „rustikal“, Zimmer im 2. Stock inzwischen renoviert und ok. Beim duschen allerdings: Geruch und Geschmack von faulen Eiern – Schwefelwasser, denn die Filteranlage ist defekt/derpackt’s momentan ned (sowie ich das verstanden habe). Betreiber sind total nett, Abendessen gibt’s 2 Gerichte zur Auswahl und aus!
Teil 2:
Folgt demnächst – ist schon online !
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