CZ von Nord nach Süd, Teil 2 – Der Kilometermacher

CZ von Nord nach Süd, Teil 2

29. Mai, Tag 03:
Gut geschlafen, Frühstück war einfach, aber ganz okay – das Brot war sehr gut!

Angenehm war dann die Fahrt bis Melnik durch schönes Gebiet, Felsformationen, Wald und Wiese, immer nur leicht bergab oder flach. Ab Melnik dann eher Schotterabteilung durch viele Obstplantagen. Weiß nicht, ob’s Äpfel oder Birnen oder ??? sind. So genau hat man’s nicht gesehen, war alles eingezäunt. Irgendwann dann nochmal einen Berg hinauf, warum – keine Ahnung. Vielleicht, wegen des schönen Blicks von oben auf die Moldau? Keine Ahnung. Dann am Damm entlang der Moldau. Und bin ich natürlich zu einer blöden Zeit in Prag reingekommen. Großstädte sind mir ja ein Greuel und Menschenmassen (also Gruppen ab 3 Personen) sowieso. Freitag in Prag, die Hölle. Millionen von Einheimischen und Touristen unterwegs, Stau auf der Moldau-Promenade, also schaue ich, dass ich weiterkomme…

Bin jetzt im Hotel Michael. Der Rezeptionist hat gesagt, ich kann mein Rad mit auf’s Zimmer nehmen. Wunderbar. Duschen, Trikot und Unterleiberl durchwaschen, dann in’s Restaurant. Kellnerin entweder Lehrling/Neubesetzung oder grundsätzlich hilflos. War nicht wirklich aufregend, Service nicht und auch weder die Suppe noch der Caesars Salat…

30. Mai, Tag 04:
Fit und munter zeitig auf (Frühstück gibt’s ab 0700). Tadelloses, internationales Frühstücks-Buffet – sogar mit einem Gemüse-Couscous (!!!).

Die Beine tun schon in der Früh‘ ein bisschen weh. Zehn Kilometer flach und dann gleich einen dunkelroten Anstieg hinauf. Und dann bergauf, bergab, wie üblich und dann noch mal so einen dunkelroten Anstieg. Es war einiges durch Wald und Wiese, einiges Asphalt und in Dubliny habe ich mir dann einen Patschen geholt am Hinterreifen, am neuen Reifen. Ordentlich einen Dorn durchgestochen. Überraschenderweise ist der Reifen relativ leicht heruntergegangen und auch relativ leicht auch wieder hinaufgegangen. Eigentlich wollte dann schon in Sedlcany Schluss machen, aber alle Hotels/Pensionen entweder ausgebucht oder schon oder noch zu. Ordentlich einkaufen im Supermarkt und weiter…
Jetzt fahre ich noch ein Stückl weiter und suche mir dann ein passendes Autobus-Hütterl als Schlafplatz war mein Gedanke (oder es gibt eine Pension, die nicht im Netz aufscheint – gibt’s ja auch noch). Dann habe ich mir gedacht, checkst halt nochmal Booking etc. Und da war dann tatsächlich noch in fünfzehn Kilometer Entfernung die Pension Hugo. Hab mir gedacht, das schaffe ich noch, die fünfzehn Kilometer. Hab‘ ich geschafft, hab‘ eingecheckt. Ist sehr rustikal, sagen wir es einmal so…

31. Mai, Tag 05:
Hab gestern in meiner rustikalen Unterkunft noch ein köstliches Menü gekocht. War ja vorhin einkaufen, wie ich eh schon geschrieben habe. Hab mir auch noch einen Liter Tee gekocht und wie ich mich niedergelegt hab, ich glaub, der Kopf war noch nicht am Polster, hab ich schon geschlafen wie ein Stein…

Trotzdem munter geworden um halb sieben, Frühstück gegessen und dann gleich zu Beginn ungefähr sechs Kilometer zaaach, bergauf, bergauf, bergauf, kurbeln, kurbeln, kurbeln und dann absteigen und schieben, schieben, schieben und wieder aufsitzen und kurbeln, kurbeln, kurbeln.  Es ist dann weiterhin auf und ab, auf und ab, auf und ab gegangen. Die Beine waren schon leer und schwer.

Ich verstehe auch nicht ganz, wieso sie bei diesen Routen so manche Schlenker durch den Wald gemacht haben. Steil bergauf, steil bergab auf schlechten Wegen. Keine Ahnung, warum das so ist. Muss ich mir dann einmal auf der Karte anschauen.

Und irgendwann in Tabor hab ich dann beschlossen, es ist „Ende Gelände“. Etappe fünf abgeschlossen und die anderen Etappen mache ich bei Gelegenheit. Wunderbar gegessen in „Mama’s Burger“ und dann zum Bahnhof…

Dann in Tabor am Bahnhof: Wie komme ich nach Hause? Schlechte Zeit, Sonntag, früher Nachmittag. Nur über Umwege mit langen Umsteigzeiten und mitten in der Nacht irgendwie wieder über Prag zurück, was weiß ich wie/was.
Und dann schaue ich, in fünf Minuten geht ein Zug nach České Velenice. Den hab ich sofort genommen, weil da bin ich ja dann mit dem Radl gleich drüben in Gmünd. In Gmünd in der Tankstelle ein Zimmer gebucht. Es regnet übrigens, seit ich ausgestiegen bin in České Velenice.
Abendessen ebenfalls im Café-Restaurant Pipeline.

01. Juni, Tag 06:
Abends noch Zugverbindungen von Gmünd Richtung Heimat gecheckt – denn es schüttet, also war ein Heimreise per Rad ned wirklich eine Option. Was soll ich sagen – Gmünd ist ned wirklich ein Verkehrsknotenpunkt (für die ÖBB). Einzige Möglichkeit: Der Zug um 04:14 Uhr (!) ab Gmünd mit einigen Umsteigen brachte mich nach Hause – aber das ist eine andere Geschichte!

Korrektur/Nachtrag (25.07.):
Natürlich gibt es regelmässige Zugverbindungen von Gmünd nach Wien und umgekehrt (vom und zum Franz-Josef-Bahnhof) – ich habe halt nur die falschen Suchparameter eingegeben („Wien Hbf“ – statt nur „Wien“)…

Fazit:
Großteils sehr schöne Gegend/Landschaft, Strecke verläuft großteils auf asphaltierten Radwegen und/oder kleinen Straßen. Ca. 25% unbefestigt auf Schotter, Wald- und Wiesenwegen. Versorgungslage ist teils/teils. Kleine Geschäfte (Potraviny) oft durchgehend und auch am Sonntag geöffnet. Keine Trinkbrunnen, keine öffentliche Wasserstellen.
Für Wanderer gibt’s einen detaillierten Streckenplan, der unsereins (den Radlern) genau nix nutzt, weil die Radroute teilweise weit weg von der Wanderroute verläuft…
Fragen, Wünsche, Kochrezepte? Gerne in die Kommentare!

Teil 1 ist hier!


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