Zum östlichsten Punkt der Tschechischen Republik, Teil 1

Im Nachhinein betrachtet, war mein Abbruch vorige Woche doch eher Glück, sonst wäre ich vermutlich irgendwo in oder zwischen den Fluten gestrandet… Trotzdem lässt die Reiselust nicht nach und nach wiederholtem Studium der diversen Wetterseiten habe ich mich entschlossen, einen 2. Versuch am „Tschechischen Weg“ zu wagen – allerdings wende ich mich diesmal der östlichen Seite zu.

Also habe ich diesmal wirklich gewissenhaft die Routen an die Radwege angepasst (glaubte ich zumindest), einige Höhenmeter durch Änderungen gespart, unnötiges Zeug aus den Gepäcktaschen entfernt und schlussendlich ein Zugticket gelöst, denn die Anfahrt bis zur österreichisch/tschechischen Grenze wollte ich mir ersparen.

Tag 1: Es geht locker dahin
Ich steige in Bernhardsthal aus dem Zug, hole mir beim kleinen Greißler ein zweites Frühstück und radle Richtung Tschechien. In Breclav bei der Tankstelle noch ein Kaffee und dann schwenke ich Richtung Norden – ich möchte nicht als „Katastrophen-Tourist“ durch die im Juni durch einen Tornado verwüsteten Dörfer fahren…
Die ersten 60 Kilometer meistens über stark befahrene Hauptverkehrsstraßen, landschaftlich unergiebig, dann ein Schwenk zu einem „Aussichtsturm“ (der seinen Namen nicht wirklich verdient), aber immerhin: danach wird die Landschaft ländlicher, der Verkehr weniger…

Ganz gegen meine Gewohnheit habe ich schon im vorhinein ein Quartier gebucht. Da komme ich nicht in Versuchung – „… ein Stück fahre ich noch, es ist noch eine Weile hell, die Beine sind noch frisch usw. usf. …“. Pension erreicht, eingecheckt. Laut Booking (*) wird auch für Pensionsgäste gekocht. Sprachbarriere. Verständigungsprobleme. Aber ja, es gibt essen, wir einigen uns auf „… in 30 Minuten …“. Ich gehe duschen, lege mich kurz hin, gehe runter. Es gibt Stelze, Senf, Brot – na, ja. Danach mache ich einen Spaziergang auf der Suche nach einem Lokal für einen Drink, und siehe da: Ein paar Häuser weiter gibt es so eine Art Heurigen/Buschenschank mit Pension (leider nicht auf Booking), das wär’s gewesen…
Lockere nicht ganz 94 km / 834 hm – sagt Strava.

Tag 2: Schön langsam geht es zur Sache…
Nach einem ordentlichen Frühstück geht es gleich zur Sache. An den Rändern der Weißen Karpaten – und auch durch – geht es dahin, einige Schiebepassagen inklusive. Es wechseln: asphaltierte Radwege, Rampen, Feldwege, Single-Trails, Forstautobahnen…
Irgendwie habe ich die Klassifizierung/Nummerierung der tschechischen Radwege (noch) nicht durchschaut – es gibt einstellige, zweistellige und vierstellige Markierungen, aber (zumindest auf mapy.cz) keine Angaben zum Schwierigkeitsgrad.
Sollte sich jemand auskennen, bzw. Infos haben, bitte in die Kommentare!

Schlussendlich habe ich mein Tagesziel erreicht: Valašské Klobouky. Ein billiges Zimmer ist gleich gefunden, ein Restaurace leider nicht. Die Pizzeria am Hauptplatz hat Ruhetag, es bleibt also beim Döner und dann noch ein scharfes Supperl beim chinesischen Universal-Bistro.
Knapp 90 Kilometer und Bergfaktor 16,4 – uff!

Tag 3: 3/4 gefahren, 1/4 geschoben…
Nach einem Frühstück in einer kleinen Bäckerei geht es wieder weiter. Das selbe Spiel. Fahren, schieben, fahren, schieben. Staunen über die wunderschöne Landschaft. Einsame Wege durch dichten Wald, asphaltierte Radwege entlang der Lomná. Kleine Badeseen. Kleine Dörfer. Und wieder in den Wald. Und wieder eine (für mich mit dem Reiserad unfahrbare) Rampe. Tagesziel war eigentlich irgendein(e) Hotel/Pension in einem Dorf vor Jablunkov – aber: alles voll – sagt nicht nur Booking (*), auch fragen bei etlichen Pensionen, die nicht im Netz sind, bringt nix. Tolles Schigebiet (im Winter), Wandergebiet (im Sommer), viele Radfahrer (MTB – viele mit Strom, wenig RR) – und jetzt offensichtlich Hauptsaison…
Also kaufe ich noch für ein Abendessen ein, stelle mich schon auf eine Übernachtung in einem Shelter ein, fahr wieder bei einer Pension vorbei, frage um ein Zimmer, und tatsächlich – es gibt noch eines!
Wieder die Frage: „… essen auch? …“. Natürlich! Also, duschen gehen, elektronisches Glumpert ans Ladegerät hängen (am Sinewave [*] hängt ja nur der Wahoo [*]), wieder runter in den Gastgarten und überlegen, was werde ich essen? Aber es ist schon aufgedeckt, es gibt hier nur 2 Menüs und jetzt nur mehr „Menü 1“ oder „Menü 2“ – keine Ahnung, jedenfalls wird mir ein wunderbares Cordon bleu aufgetischt.
Ein paar Getränke noch und dann scheitert der Versuch, die morgige Strecke etwas umzuplanen (lag nicht an den Getränken): „… Kein Netz …“ sagt mein Wischtelefon (*) – nicht zu ersten Mal hier…
104,64 km / 1.947 hm / Bergfaktor 18,61 – sagt Strava – örks!

Der zweite Teil ist auch schon online!


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