Wie jedes Jahr habe ich mich auch heuer zum „Grevet-Quartett“ angemeldet. Allerdings nur zum Grevet #1 und zum Grevet #2. Die beiden schaffe ich noch, Grevet #3 und Grevet #4 sind mir doch zu höhenmeterlastig, das ist nix mehr für einen dicken, alten Mann!
Bedingt durch diverse Wetterkapriolen, und vor allem die Umbauerei daheim – Zimmer ausräumen, Koordination der Handwerker, Materialbeschaffung, Zimmer wieder einräumen etc. kam ich jedoch nicht dazu, den Grevet #1 während der vorgeschriebenen Zeit zu absolvieren…
Aber: Anfang Mai tat sich ein Zeitfenster auf, das Wetter passt und ich richte mein Topstone her. Kleines Gepäck – Werkzeug (*), Regenjacke (*), Zauberpulver (*), ein paar Riegel (*) und Gels (*) und los geht’s!
Samstag, 02.05.:
Der Wind ist schwach, die Beine auch. Auf bekannten Wegen, rüber nach Katzelsdorf. Dort starte ich meine vorgeplante Route – auf Nebenstraßen – bis Neunkirchen – dort war ich schon lange nicht mehr und es gibt zwar etliche Radwege, die irgendwie kreuz und quer durch und/oder neben Wr. Neustadt, vorbei etc. führen, ich will aber „Kilometer machen“.
Zweites Frühstück beim Mäcki in Neunkirchen und weiter. Leicht bergauf bei Sonnenschein. In Gloggnitz ein isotonisches Getränk (Spritzwein) vor der Semmering-Steigung. Diesmal habe ich mir die leichteste Variante ausgesucht, hat aber nicht viel genutzt, bei der Kehre bei Göstritz muss ich doch vom Rad… Kurz durchschnaufen, ein Stück schieben, aufsitzen, weiterkurbeln. Oben am Semmering beim Supermarkt eine kleine Jause und dann geht es stetig bergab. Bei einer Pause studiere ich die Übernachtungsmöglichkeiten irgendwo bei Kapfenberg oder Bruck/Mur. Booking schlägt mir ein Hotel in Kapfenberg vor, irgendwie habe ich noch einen Genius-Spezial-Sonderrabatt, also buche ich mich im „Wald Restaurant Vida“ ein – nicht wirklich aufregend (Details gerne per p. N.).
Sonntag, 03.05.:
Zeitig aufstehen, das Frühstück war überraschenderweise nicht so übel (Bonuspunkt: frisches Gebäck – nix aufgetoastetes – am Sonntag!) – und dann aufsatteln. Es ist noch kühl, aber in Bruck kann ich mein Jackerl ausziehen. Und, völlig überraschend kommt der Wind von vorne…
In Frohnleiten gibt’s für mich im Café Aufschlager Kaffee und Campari-Soda (das Zauberpulver in der Trinkflasche ist doch zu süss). Nebenbei kann ich die allsonntägliche Yoga-Gruppe am Hauptplatz beobachten – hauptsächlich junge Damen!
Weiter, abwechslungsreich und ganz leicht wellig, aber immer bergab weiter Richtung Graz. Fotostopp bei der „Badlwand-Galerie“ und ungefähr ab dort wird die Dichte der Rennradler, die einzeln oder auch in Gruppen unterwegs sind, immer dichter. Auch Stromradler sind unterwegs, aber die Bio-Radler sind eindeutig in der Überzahl! Bald darauf bin ich in Graz.
Ein ordentliches Mittags-Jauserl im sehr, sehr empfehlenswerten „Granola“ und dann runter zum Startpunkt des Grevet #1.
Ich starte also meinen Wahoo (*) neu (wegen der Kilometer bezüglich der Checkpoint’s warads) und rolle los. Und es geht gleich richtig zur Sache. Unfahrbar die Steigung für mich. Ein paar Meter schaffe ich noch, aber dann: runter vom Rad, schieben und hoffen, dass ich das Mittagessen nicht gleich wieder ausspucke…
Dann wieder kurz bergab, wieder bergauf, vorbei am Arnold Schwarzenegger Museum (wo der Parkplatz schon voll ist und ein paar muskelbepackte Burschen posen). Ich fahre weiter. Schöne Strecke, viel durch den Wald und die Anstiege werden weniger und leichter zu fahren. Es bleibt interessant und gut zu fahren. Ein kurzer Stop beim Faltikögerl (Checkpoint 1 – für mich quasi uninteressant, da ich ja nicht in die Wertung komme) – sehr interessant!
Dann habe ich mich kurz verfahren, weil ich nicht auf das Piepsen meines Wahoo gehört habe…
Retour und wieder auf den Track gefunden und gemütlich weitergegondelt.
Zeit für die Quartiersuche. Ich buche mich im JUFA Leibnitz ein, das weiß ich, was ich habe! Nämlich ein schönes Zimmer, ein abgesperrter Fahrrad-Raum, ein tolles Frühstücksbuffet.
Abendessen in der Pizzeria David: Pizza ok, sonst so lala.
Montag, 04.05.:
Wieder zeitig auf, ordentlich frühstücken, Flaschen füllen und los geht’s! Es geht (noch) nach Süden. Beim Anstieg nach Aflenz an der Sulm – örks, fast wäre mir das Frühstück wieder hochgekommen. Der Grenzort Spielfeld wird erreicht – der südlichste Punkt der gesamten Strecke. Über die Mur, ein Schwenk nach Norden. Durch verschlafene Dörfer/Streusiedlungen geht es permanent (eigentlich nicht merkbar) bergauf meistens auf Feld- und Waldwegen. Im Attemsmoor ein bißl herumspazieren – zahlt sich aus, und wieder weiter.
Dann wären noch zwei „Lost Places“ im Kaiserwald zu bestaunen. Und dann fahre ich wieder der Mur entlang bis nach Graz. Ende und aus!
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