Ústí nad Labem – Cheb – ICT – Gmünd, Teil 1

Sonntag, 21.08.:
Ich erspare mir die Anfahrt mit dem Rad, nehme den Zug nach Ústí nad Labem – dorthin, wo ich die Reise im Juli beendet habe.

Spoiler:
Ich buche über die tschechische Eisenbahn und fahre – als 65-jähriger – wesentlich billiger als mit der ÖBB (obwohl ich sogar eine Vorteilscard besitze)…

Bei meiner Grob-Planung mit mapy.cz wird mir gleich eine günstige Pension in Bahnhofsnähe vorgeschlagen, ich buche also gleich direkt – ist eh auf keiner der bekannten Plattformen. Die Pension entpuppt sich dann als so eine Art Quartier für Arbeiter auf Montage: 3-/4- und/oder 5-Bett-Zimmer, Bad, Eiskasten, Wasserkocher… Offensichtlich bin ich der einzige Gast, ist mir aber egal. Sauber, günstig, alles bestens. Mein Rad kommt in eine Kammer, gut ist’s.
Das gastronomische Angebot hier in der Ecke ist allerdings bescheiden: Ein paar Döner-Pizza-Schnitzel-Universal-Buden, Asiaten mit to-go-Angeboten… – es bleibt mir die „Baguetteria“, wo ich zumindest zusehen kann, wie mein Baguette frisch gemacht wird…

Die „Baguetteria“

Montag, 22.08.: Ústí nad Labem – Loučná
Ich hab gut geschlafen, stehe zeitig auf, Frühstück gibt’s beim Mc Donalds, und dann geht es westwärts. Nach knapp 50 gefahrenen Kilometern geht es dann die erste längere Steigung hinauf auf bis ca. 800 mtr. Irgendwo ist dann ein Fahrverbotsschild: Sackgasse in 3000 mtr. Nun, das gilt ja normalerweise nur für Autos, denke ich mir und kurble weiter bergauf. Es erweist sich dann doch als etwas schwierig, aber schwitzend und fluchend überwindbar…

Ich fahre dann immer an der tschechisch-deutschen Grenze entlang. Auf der tschechischen Seite verlassene Hotelanlagen, eher marode Fabriks-Arbeiter(?)-Wohnblöcke, dazwischen, abgewohnte oder auch hergerichtete kleine Wohnhäuser, „drüben“ auf deutscher Seite eher schmucke (je nach Geschmack) Wohnhäuser. Es geht auf und ab und schön langsam wird es Zeit für ein Nachtquartier. „Viele Quartiere“ steht auf meinem Schummelzettel, was ich allerdings nicht bedacht habe: Das hier ist ein Wintersportgebiet. Fast alle Pensionen sind im „Sommerschlaf“, fast nur auf der deutschen Seite gibt es ein paar offene Hotels mit 3-stelligen Zimmerpreisen – nix für mich. In Loučná pod Klínovcem sehe ich einen Arbeiter (der Hausbesitzer, wie sich herausstellt), der bei einer Pension herumwerkt. Ich frage nach einem Zimmer, ja, hat er – wunderbar. Günstig, sauber, einziger Nachteil: „… Warmwasser erst in ca. 30 Minuten – Zimmer sind abgekoppelt …“. Kein Problem, ich suche inzwischen nach einem Restaurant oder ähnlichem, werde fündig, esse billig und nicht aufregend, aber ok.
Es waren dann doch 105 km sagt Strava.

Dienstag, 23.08.: Loučná – Cheb
Nach einem ganz kleinen Frühstück – schwarzer Tee und ein Riegel starte ich bei  +9°C und Nieselregen, die ersten 5 Kilometer gleich ordentlich bergauf – fahren, schieben, fahren, schieben. Dann geht es endlich bergab, in Boží Dar hat eine kleine Bar offen und ich genehmige mir ein ordentliches Frühstück. Dann geht es bergab (mehr) und bergauf (weniger) durch eine wunderbare Landschaft weiter. Bei km 40 oder so hört es endlich zu regnen auf, es bleibt aber kühl. Irgendwo ein kleiner Supermarkt: Eiskaffee, Weckerl, Wurst, Käse, Joghurt, Limo…
Am Nachmittag – nach 87 km + 1.248 hm – bin ich dann in Cheb, dem geplanten Tagesziel. Quartiersuche: Bei ein paar von mir präferierten Pensionen / Hotels in Zentrumsnähe sind die Bewertungen auf Booking (*) eher diametral, ich entscheide mich für eine Pension (*) etwa 3 km außerhalb des Zentrums – eine gute Wahl!
Der Besitzer ist nicht anwesend, kein Problem, einchecken geht auch telefonisch – er (spricht auch gut deutsch) gibt mir den Tür-Code, sagt mir die Zimmernummer, dort steckt der Schlüssel, Bezahlung am Abend, er kommt gegen 20:00 Uhr – perfekt!

Die Geschichte in insgesamt 3 Teilen (sonst wäre es zu lang gewesen):
Teil 2, Teil 3.


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2 Kommentare zu „Ústí nad Labem – Cheb – ICT – Gmünd, Teil 1

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  1. Hallo Rudi,
    das klingt alles sehr vertraut. wir haben ja schon viele derartige radreisen unternommen.
    bald werden wir in südpolen und der slowakei in der tatra-gegend unterwegs sein.
    warst du dort schon? empfehlungen?
    LGHorst

    1. Hallo Horst!
      Die Tatra-Gegend habe ich nur im Regen durchfahren – hat aber sehr nach „landschaftlich schönes Gebiet“ ausgeschaut,
      Polen war ich noch nicht, steht aber für 2023 auf dem Programm, möchte noch nix verraten, soll etwas längeres werden.
      LG Rudi

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