Ústí nad Labem – Cheb – ICT – Gmünd, Teil 3

Freitag, 26.08.: Špičák (Železná Ruda) – Modrava
Beim Frühstück die Überlegung: Fahre ich mit dem Rad die ungefähr 3,5 km (diretissima) oder die 6,5 km (auch nicht viel flacher) bis zum Aussichtsturm oder nehme ich lieber den Sessellift? Ich schaue mir die Steigung(en) an und wähle den Sessellift – bin eh schon ewig nicht mehr Sessellift gefahren – und mein Rad noch nie.

Oben angekommen, erklimme ich die 135 Stufen auf den Aussichtsturm, wunderbare Rundumsicht, ein paar Fotos und wieder runter.

Jetzt geht es mit dem Rad hinunter, im Zentrum genehmige ich mir in einem Cafe noch ein zweites Frühstück und dann geht es eine Weile bergab. Aber dann. Eine ordentliche Steigung zwingt mich vom Rad. Das übliche Spiel. Kurbeln, kurbeln, runter, schieben, schieben, rauf, kurbeln, runter, schieben…

Und dann höre ich es donnern, der Himmel wird schwarz, der Donner kommt näher und es beginnt zu tröpfeln. Rein in die Regenhose und Regenjacke, gerade noch rechtzeitig, blitzartig schüttet es ordentlich – und das ca. 1 Kilometer vom Shelter am Pod Polomem entfernt. Dort stelle ich mich unter, überlege, ob ich das Ende des Gewitters abwarten soll. Überraschenderweise habe ich ein Netz und befrage meteoblue. Die Antwort seht ihr am Screenshot links. Also, einen Riegel essen, eine Weile warten und dann halt weiter. Bis Modrava sollte es nicht mehr all zu weit sein – doch noch ca. 30 Kilometer. In Prášily drehe ich eine Runde auf der Suche nach einem Wirtshaus, einer Pension, vergeblich. Also nochmal ca. 300 Höhenmeter mühsam bergauf, dann bergab. Rechts der Strecke rinnt der „Roklanský potok“, eigentlich normalerweise ein kleiner Bach, heute ein reissender Fluss… In Modrava kommt dann noch die Vydra dazu, es war ein beeindruckender Anblick! Eigentlich wollte ich ein paar Kilometer mehr machen, aber…
So wie es ausschaut, habe ich – laut Booking (*) – das letzte freie Zimmer in Modrava erwischt. Darüber war ich wirklich froh, denn trotz Regeng’wand war ich schon ordentlich nass. Eine heisse Dusche, dann aufgewärmt im Restaurant, gegessen und getrunken, hoch in’s Zimmer und das nasse G’wand eingewickelt in alle verfügbaren Handtücher und gehofft, das alles trocken wird bis Samstag…
Viel war es nicht: 45,46 km / 1.013 hm.

Samstag, 27.08.: Modrava – Kaplice
Eigentlich war/wäre für heute ein Ruhetag angesagt, aber weder das Hotel, noch Modrava selber laden (bei der Wetterlage) dazu wirklich ein. Unterleiberl, Trikot, Hose – alles trocken geworden, also weiter. Es geht leicht und nur wenig bergauf und dann eigentlich den ganzen Tag mehr bergab, als bergauf, durch wirklich schöne Gegend.
Und dann taucht, hoch über dem Lipno-Stausee, „… wie ein Licht in dunkler Nacht …“ die Pension Marie auf. Ein Schild verspricht: Kaffee, APEROL !!!
Da kommt Freude auf und die Pause wird etwas länger…

Erfrischt und gestärkt geht es weiter. Irgendwann nach Studanky ist es wieder an der Zeit, ein Quartier aufzutreiben. Die eine Pension, die ich am Schirm hatte, ist (warum auch immer) geschlossen, kein Shelter weit und breit – obwohl ich ja Schlafsack, Isomatte, Kochzeug etc. dabei hätte. In Dolní Dvořiště gibt’s eine Pension – und die ist voll.
Also Booking (*) befragen, dann umplanen und ab nach Kaplice. So sind es dann doch noch 130,77 km + 1.725 hm  geworden.
Nettes Hotel, kein offenes Restaurant in der Nähe, Döner diesmal…

Sonntag, 28.08.: Modrava – Kaplice
Ein ordentliches Frühstücksbuffett ladet zum gemütlichen und etwas längerem schlemmen ein, denn beim Blick aus dem Fenster sehe ich: Nieselregen!
Also hinein in’s Regeng’wand und leicht missmutig Richtung Gmünd. Trotzdem, interessante, schöne Gegend, Schilder interessanter Radwege gesehen. Hügelauf (mit ein paar ordentlichen Rampen), hügelab geht es dahin. Einmal schickt mich der Wahoo (*) in eine ordentlich sumpfige Wiese. Schuld ist aber nicht der Wahoo, sondern der Bauer, der seine Weide verlegt hat – und durch eine Herde Mutterkühe wollte ich nicht unbedingt durchfahren.
Der Nieselregen wird etwas weniger, und nach langen 4 1/2 Stunden bin ich in Gmünd. Der Plan A wäre gewesen: Noch etwas weiter am ICT und dann über das Weinviertel nach Wien und weiter nach Hause. Aber bei dem Wetter will ich eigentlich nicht mehr. Das „Projekt“ Tschechien-Umrundung nahe an den Grenzen ist eigentlich abgeschlossen, also checke ich die Zug-Verbindungen. Wunderbar, es ist noch Zeit, in die Innenstadt zu rollen, ein, zwei Drinks und ein Jauserl zu nehmen, dann in den Zug und ab nach Hause!
Schwache 54,11 km + 804 hm sagt Strava.

Die Geschichte in insgesamt 3 Teilen (sonst wäre es zu lang gewesen):
Teil 1, Teil 2.


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